Reform des Kindergeldes

Im Zuge der 6. Staatsreform wird das Kindergeld regionalisiert. Wahrscheinlich haben Sie bereits von dieser Reform gehört. Aber vielleicht haben Sie noch bestimmte Fragen: Wann beginnt die Reform eigentlich? Was sind die neuen Beträge? Was passiert mit FAMIFED, der aktuellen öffentlichen Kindergeldkasse?  Nachstehend geben wir Ihnen für jede Region klare Informationen.

In Flandern …

Das neue Kindergeldsystem „Wachstumspaket“ („Groeipakket“) wird am 1. Januar 2019 eingeführt. Der neue öffentliche flämische Zahler wird FONS genannt.

Das Wachstumspaket steht für alle finanziellen Beihilfen, die die flämische Regierung im Rahmen einer integrierten Familienpolitik für jedes Kind in jeder Familie gewährt:

  • Familienleistungen und
  • Teilnahmezuschläge (Kinderbetreuungsgeld, Kindergartengeld und Schulgeld).

Ab dem 1. Januar 2019 erhalten alle Kinder mit Wohnsitz in Flandern ein Wachstumspaket:

  • Kinder, die vor dem 1.1.2019 geboren wurden, erhalten am 31.12.2018 ein Wachstumspaket mit den Beträgen ihres Kindergelds. Sie haben möglicherweise Anspruch auf einen Zuschlag aus dem Wachstumspaket.
  • Kinder, die ab dem 1.1.2019 geboren werden, erhalten die neuen Beträge aus dem Wachstumspaket.

Weitere Auskünfte lesen Sie auf der Website von FONS.

In Brüssel

In Brüssel wird sich 2019 nichts ändern. Erst 2020 wird das Brüsseler Kindergeld reformiert.

Bis zum 1. Januar 2020 wird FAMIFED, die öffentliche Kindergeldkasse, weiterhin das Kindergeld für Kinder mit Wohnsitz in Brüssel verwalten und zahlen.

Ab dem 1. Januar 2020 wird Famiris, die neue öffentliche Kindergeldkasse in Brüssel, das Kindergeld zahlen. Alle in Brüssel lebenden Kinder werden dann in das neue System überführt..

Viele Familien werden durch die Reform sofort mehr Kindergeld erhalten. Ist dies für Sie nicht der Fall, dann erhalten Sie weiterhin die alten Beträge.  

Weitere Auskünfte lesen Sie auf der Website von Famiris.

In Wallonien

Die wallonische Reform findet in 2 Schritten statt.

Ab dem 1. Januar 2019

  • Sozialversicherungsbeiträge in Abhängigkeit vom Einkommen,
  • das automatische uneingeschränkte Recht bis zum 21 Lebensjahr für Kinder die im Jahr 2019 18 Jahre alt werden (mit Ausnahme von Arbeitslosengeld oder Löhnen für Arbeit, die 240 Stunden pro Quartal übersteigt, Studentenjobs ausgenommen) und
  • Waisenrente ohne Bezug auf die Gründung einer neuen Familie durch den Elternteil (für Todesfälle nach dem 1/1/2019).

Ab dem 1. Januar 2020

Die neuen Beträge gelten für Kinder, die ab dem 1. Januar 2020 geboren sind.

Vor dem 1. Januar 2020 geborene Kinder behalten die alten Beträge (mit den oben genannten neuen Regeln) bis zum Ende ihres Studiums oder bis zum Alter von 25 Jahren.

Die neue wallonische öffentliche Kindergeldkasse FAMIWAL tritt am 1. Januar 2019 in Wirkung.

Weitere Auskünfte lesen Sie auf der Portalsite der Federation Wallonien-Brüssel, und auf der Website von FAMIWAL.

In der deutschsprachigen Gemeinschaft

Die neuen Rechtsvorschriften treten am 1. Januar 2019 in Kraft. Zu den Familienleistungen gehören Familienbeihilfen, Mutterschaftsbeihilfen und Adoptionsbeihilfen.

Ab 2019 zahlt das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft - Fachbereich Familie und Soziales - das Kindergeld, das Mutterschaftsgeld und die Adoptionsbeihilfe für alle in der Deutschsprachigen Gemeinschaft lebenden Kinder. Die erste Zahlung erfolgt am 8. Februar 2019.

Weitere Auskünfte lesen Sie auf der Portalsite der deutschsprachigen Gemeinschaft.

Zum Schluss …

Noch ein paar allgemeine Sachen, die unabhängig von der Region gelten:

  1. Es ist der Wohnsitz des Kindes, der künftig darüber entscheidet, wer Ihr Kindergeld zahlt.
  2. Sie müssen gar nichts tun. Ihre Kindergeldakte wird automatisch in den Regionalfonds übertragen und die Auszahlung Ihres Kindergeldes wird fortgesetzt.
  3. Die neuen regionalen öffentlichen Kindergeldkassen (FONS., Famiris, FAMIWAL, Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft), die FAMIFED ablösen, sind sich ihrer sozialen Rolle bewusst. Familien haben nach wie vor Vorrang, und es wird alles getan, um sicherzustellen, dass die Zahlung des Kindergeldes nicht unterbrochen wird.
  4. Die Reform sieht auch vor, dass Familien in Zukunft ihre eigene Kindergeldkasse wählen können, wie sie es bereits für ihre Krankenkasse tun.